Essstörung

Wann bin ich krank genug?

Wann ist der Zeitpunkt erreicht, in dem man sich eingesteht, dass man nicht alles unter Kontrolle hat. Dass man nicht einfach wieder normal essen kann sobald man es möchte. Die Essstörung ist eine Sucht und das gefährlichste daran ist, dass man es als Betroffene/r oft nicht wahrhaben möchte krank zu sein. Denn eigentlich sollte es ja andersrum sein, wir sollten doch die Kontrolle über unseren Körper und das Essen haben.

Doch wenn wir anfangen zu merken, dass wir keine Kontrolle mehr über das eigene Essverhalten haben, obwohl wir eigentlich damit aufhören wollen, obwohl wir merken, dass wir uns damit nur schaden, erst dann wird es richtig schmerzhaft. Denn dann beginnen die unzähligen Versuche sich zu beherrschen. Vielleicht schafft man es sogar über einen kurzen Zeitraum doch dann, ganz unerwartet kommen die Rückfälle langsam, aber sicher zurück. Vielleicht wird es sogar schlimmer, weil die Selbstverurteilung und der Selbsthass immer größer wird.

„Mit der Essstörung spazieren wir Tag täglich auf einer schmalen Mauer zwischen Leben und Tod…

Aber vielleicht muss es auch so weit kommen, vielleicht muss der Schmerz erst so groß werden, dass der Versuch gesund zu werden nicht mehr für Andere, oder andere niedere Beweggründe ist. Vielleicht müssen wir erstmal merken, dass der einzige Mensch, für den wir heilen müssen, wir selbst sind. Dass wir so nicht weiter machen können. Denn früher oder später wird eine Essstörung zum Tod führen. Selbst wenn wir denken wir wären unsterblich, unser Körper kämpft Tag für Tag, um uns am Leben zu erhalten, um zu funktionieren und wir tun alles dafür, um uns langsam aber sich umzubringen.

Auch wenn die meisten von uns keine Suizid Gedanken haben, spazieren wir Tag täglich mit der Essstörung auf einer schmalen Mauer zwischen Leben und Tod. Vielleicht auch immer auf der Suche nach dem extremen. Denn das Gefühl nichts im Magen zu haben oder dass, des Überessens und Erbrechens ist eine Art des extremen Gefühls, dass süchtig macht. Und man braucht immer mehr davon.

„Wir müssen lernen unsere Seele wieder zu Nähren…

Doch es kommt irgendwann der Punkt, an dem nicht einmal mehr das Essen was bringt, denn wir haben unsere Seele buchstäblich ausgehungert. Also müssen wir einen neuen Weg finden. Wir müssen lernen unsere Seele wieder zu Nähren und zu begreifen, dass Essen nie das Problem war. Wir haben nur irgendwann im Leben beschlossen eine Art Bewältigung Strategie zu entwickeln. Es ist ein Prozess und passiert nicht von heute auf morgen. Aber ich bin davon überzeugt, dass es jeder schaffen kann und dabei kommt es nicht darauf an, wie lange dieser Heilungsprozess andauert. Oder wie lange einen diese Essstörung begleitet hat. Es geht einzig und allein darum, daraus zu lernen. Denn, die Essstörung ist nicht unser Feind, sie zwingt uns nur dazu hinzuschauen. Es gibt einen Weg und es ist dein ganz persönlicher.

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