Selbstheilung

Selbstliebe will gelernt sein – Wie ich mich erstmal verlieren musste, um mich dann kennen zu lernen

Selbstliebe etwas das doch scheinbar so einfach ist und trotzdem so schwer zu definieren. Besonders für mich. Ich glaube deshalb beschäftigt mich dieses Wort so sehr, denn was bedeutet Selbstliebe schon?

Sich selbst lieben. Ist doch klar. Jedoch vergessen wir oft, dass das rein garnichts mit dem Ego zu tun hat. Denn unser Ego lässt uns oft glauben wir würden Dies und Jenes tun, um uns zu schützen und uns besser fühlen zu lassen. Aber wenn wir uns von unserem Ego leiten lassen werden wir egoistisch und rücksichtslos. Es kann sogar sein, dass wir andere Menschen verletzten und es als berechtigt sehen. Aber Selbstliebe bedeutet, zu verzeihen und in Frieden zu sein mit Sich und der Außenwelt.

Selbstliebe setzt sich aus vielen kleinen Bausteinen zusammen, es passiert nicht von heute auf morgen. Und genau deswegen ist es ein Thema, das uns unser ganzes Leben begleitet.

„Die Essstörung versperrte mir die Sicht in meine Seele…

Als ich mich auf den Weg gemacht hatte, wusste ich ehrlich gesagt gar nicht wo ich anfangen sollte. Es schien in einem Moment so als hätte ich doch keine Probleme, jedoch sah ich nicht, dass die Essstörung mir die Sicht in meine Seele versperrte. Aber im nächsten Moment fühle ich mich so unendlich verloren und einsam, so dass ich mir kein Augenblick der Wahrnehmung meiner Gefühlswelt erlaubte. Denn ich betäubte mich sofort wieder mit der Essstörung.

Es waren immer wieder dieselben Muster.

Ich konnte zum Beispiel nie eine Entscheidung treffen, ohne mich schlecht zu fühlen den anderen damit vor den Kopf gestoßen zu haben. Ich konnte nie Nein sagen, da ich Angst hatte somit abgelehnt zu werden. Stattdessen tat ich Dinge, die mich nicht glücklich machten und ich passte mich ständig meinem Umfeld an. Ich lehnte mich komplett ab, da ich der Überzeugung war falsch zu sein wie ich bin.

„Wahrhaftig ich selbst zu sein und den Weg zu mir zu finden, ist auch damit verbunden meine Geschichte zu erzählen und dazu zustehen…

Es war ein langer Weg bis ich mir überhaupt mal zugestand, dass ich keine Selbstliebe besitze. Doch mir ist heute klar, dass ein winzig kleiner Funken Liebe da sein musste denn sonst hätte ich mich nie hinterfragt und hätte nie angefangen zu kämpfen.

Ich unterschätzte aber den Aspekt der Wahrheit. Denn wahrhaftig ich selbst zu sein und den Weg zu mir zu finden, ist auch damit verbunden meine Geschichte zu erzählen und dazu zustehen. Denn sie ist ein Teil von mir und sie ist es die mir meinen Weg zeigt. Denn ich habe gelernt jedes Mal, wenn die Essstörung wieder laut wird hinzuschauen. Und mich zu fragen, in welche alten Muster falle ich gerade wieder?

„Der Weg zur Heilung ist nicht geradlinig, er ist voller Abzweigungen und Sackgassen…

Selbstliebe ist wie ein Muskel, wir müssen immer und immer wieder an ihm arbeiten damit er wachsen kann. Wir müssen aber auch geduldig und verständnisvoll mit uns umgehen. Denn der Weg zu mehr Selbstliebe und letztendlich zur Heilung ist nicht geradlinig er ist voller Abzweigungen und Sackgassen.

Auch wenn es sich oft anfühlt, als würdest du gegen eine Wand laufen. Musst du wieder verständnisvoll mit dir umgehen.

Einen Schritt zurück gehen kurz in dieser Situation innehalten und dich fragen:

Was ist gerade in mir los?

Erkennen

Tue ich vielleicht was gegen meinen Willen?

Überschreite wieder meine persönliche Grenze?

Handle ich wieder gegen meine Intuition?

Reflektieren

Warum tue ich das?

Was versuche ich damit in mir zu kompensieren, oder zu unterdrücken?

Welche negativen Glaubenssätze kommen wieder hoch?

Wenn du all diese Dinge für dich erkannt hast, kommt wohl der schwerste Schritt.

Ins Handeln kommen.

Weil wir oft genau wissen was wir tun müssen, aber die Kraft und Motivation fehlt. Denn alte Gewohnheiten in neue zu ersetzten, ist ein Kraftakt, der mit viel Ausdauer verbunden ist.

Aber dieser Weg lohnt sich, denn es ist der einzige der dich zu deinem Wahren Ich und letztendlich zu einem glücklichen Leben führt.

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