Gedankenspiele

Die ewige Suche nach Erfüllung

Oft stelle ich mir die Frage „Bin ich wirklich glücklich? Was brauche ich, um glücklich zu sein?“ und genau da scheiter ich dann auch. Ich kann mir diese Frage zwar beantworten, aber es scheitert dann in der Umsetzung. Denn spätestens dann, wenn der Gedanke aufpoppt als Autorin um die ganze Welt zu reisen, oder mit Freund und Hund im Haus zu leben und Workshops zu geben, kommt in mir ein Gefühl der Erfüllung auf. Ich versinke in den Gedanken und stelle mir mein Leben vor.

Doch ehe ich den Gedanken vorzuführen wage, ploppt die Stimme auf, die mich auf den Boden der Tatsachen bringt. Die mir dann sagt „Wie stellt du dir das vor?! Du müsstest deinen sicheren Job kündigen, das Risiko eingehen kaum Geld zu verdienen und deine Rechnungen nicht zahlen zu können. Außerdem sind die anderen besser als du. Warum sollte genau dir jemand zuhören, oder Aufmerksamkeit schenken?!“. Wir alle kennen diese Stimmen, von denen wir denken sie seinen doch rational und aus dem Grund auch wahr. Also haben wir einen Traum, aber machen uns solange klein bis wir unsere Träume vollständig verdrängt haben. Aber die subtile Sehnsucht nach mehr bleibt.

Ich kann in dem Fall nur von mir reden, und wenn ich eine Sache gelernt habe, dann ist es sich mit nichts einfach zufriedengeben. Ich kann die Dinge nicht einfach hinnehmen, wenn sie mir, wie eine schlecht geputzte Brille die Sicht auf die Schönheit des Lebens versperrt. Also nehme ich es in Kauf, mich manchmal rastlos und müde zu fühlen. Es ist manchmal so, als wäre ich auf der Suche nach etwas, wovon ich nicht weiß was es ist.

Denn selbst, wenn ich Dinge tue, die mir Freude bereiten ist es am Ende des Tages etwas anderes wonach sich meine Seele sehnt. Also versuche ich Dinge zu tun und Entscheidungen zu treffen die sich richtig anfühlen und vertraue darauf, dass sie mich ein Stück näher zu meinem Gefühl von innerer Fülle führen. Dabei muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass das Leben kein Sprint ist, sondern ein Marathon.

Wir müssen immer wieder innehalten und uns bewusst machen, dass wir jetzt leben, nicht erst in 10 Jahren, wenn wir dastehen, wo wir hinwollten. Um dann endlich wieder durch atmen zu können. Es ist wohl die Kunst im Augenblick präsent zu sein. Die uns dankbar werden lässt für alles was da ist und uns wiederum darauf besinnt, dass wir auch jetzt glücklich sein dürfen. Wenn wir es uns erlauben.

Ja, ich übe mich heute noch täglich darin nicht einfach Tag für Tag zu funktionieren und einem Ziel hinterher zu jagen, sondern JETZT einfach mal durch zu atmen.

Ein Kommentar

  • Miri

    Liebe Isa,

    Deine Artikel sind sehr schön zu lesen und berühren mich. Vor allem deine Worte in der Rubrik Essstörung, da mich das Thema selbst betrifft 🙁

    Lg aus Leipzig!

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