• Essstörung

    Mein Körper. Mein Zuhause. Mein Wunder.

    Lieber Körper, Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll, diesen Brief an dich zu schreiben. Du bist mein Zuhause. Seit der ersten Sekunde. Seit meinem ersten Atemzug warst du bei mir. Hast es mir ermöglicht zu greifen, zu fühlen und zu schmecken. Du bist zusammen mit mir die ersten wackligen Schritte gegangen und hast geübt das Gleichgewicht zu halten. Und auch wenn wir manchmal hingefallen sind, hast du dich direkt wieder aufgerappelt. Wir haben das erste Eis gegessen, und ich habe gemeinsam mit dir gelernt zu klettern und die Welt mit leuchtenden Kinderaugen zu entdecken. Diese Augen, ohne die ich all das, was mir im Leben begegnet ist, überhaupt…

  • Essstörung

    Wann bin ich krank genug?

    Wann ist der Zeitpunkt erreicht, in dem man sich eingesteht, dass man nicht alles unter Kontrolle hat. Dass man nicht einfach wieder normal essen kann sobald man es möchte. Die Essstörung ist eine Sucht und das gefährlichste daran ist, dass man es als Betroffene/r oft nicht wahrhaben möchte krank zu sein. Denn eigentlich sollte es ja andersrum sein, wir sollten doch die Kontrolle über unseren Körper und das Essen haben. Doch wenn wir anfangen zu merken, dass wir keine Kontrolle mehr über das eigene Essverhalten haben, obwohl wir eigentlich damit aufhören wollen, obwohl wir merken, dass wir uns damit nur schaden, erst dann wird es richtig schmerzhaft. Denn dann beginnen…

  • Essstörung

    Ein Brief an meine erste Liebe – die Bulimie

    Eigentlich bin ich dir für so vieles dankbar. Wenn ich mir vorstelle wie mein Leben heute wäre, wärst du nie in mein Leben getreten kann ich nicht sagen, dass ich glücklicher wäre. Ich denke, dass ich gerade durch dich, erkannt habe worum es im Leben wirklich geht. Es war nicht gerade die gesündeste Beziehung, die wir hatten. Du hast mich ziemlich vereinnahmt und ich war dir immer treuerlegen. „Ich hasste dich dafür und gleichzeitig habe ich dich immer mehr gebraucht… Ich habe dich über Alles und Jeden gestellt lange dachte ich, dass ich ohne dich nicht leben könnte. Auch wenn ich am Anfang unserer Beziehung glaubte, ich würde dich nicht…

  • Essstörung

    Mein Leben ohne Bulimie – ich musste erstmal ganz unten aufschlagen, um zu erkennen was Leben bedeutet

    Ich habe mir nie wirklich vorgestellt wie mein Leben ohne die Essstörung wohl sein würde. Ich wusste immer nur eines, dass ich irgendwann frei sein werde. Die Bulimie hat mir augenscheinlich viel gegeben, zu Zeiten in denen ich unbewusst nicht anders wusste mit all den Glaubenssätzen, Emotionen und Gefühlen umzugehen. Doch genau so nahm sie immer und immer mehr von mir. Bis sie mein Leben bestimmte. Selbst wenn ich es erst nicht bemerkte und alles erfolgreich verdrängte, wurde mein Leben immer mehr von dem dunklen Schleier der Bulimie bedeckt. Auch wenn es von außen nicht so aussah, sie nahm mir alles. „Mein Alltag wurde von dem konstanten Gefühl von Stress…

  • Essstörung

    Warum Sucht nichts mit dem Suchtmittel zu tun hat, sondern mit der Suche nach uns selbst

    Wir präsentieren all die Seiten von uns, die wir für besonders vorzeigenswert und akzeptabel halten. Im Laufe der Jahre machen wir das ganz automatisch, weil uns vielleicht etwas zu oft wehgetan hat, fühlen wir uns nicht so akzeptiert, wie wir waren. Wir versuchen mit unserem idealen Verhalten den weniger attraktiven Rest unserer Persönlichkeit so gut zu verstecken -vor den anderen und letztendlich vor uns selbst. So dass wir schließlich unsere Rolle so gut verinnerlicht haben und unsere natürliche Ganzheit unserer Persönlichkeit vergessen haben. Dieses Verhalten geht allerdings nur solange gut, wie uns niemand wirklich zu nahekommt. Wir alle hassen unsere seelischen, geistigen und körperlichen Makel, denn sie sorgen für Schamgefühle…

  • Essstörung

    Die Essstörung hat mich nicht mehr glücklich gemacht

      All die Jahre konnte ich ein scheinbar perfektes Leben führen, ohne dass nur einer ahnen konnte, was sich in mir drin abspielte. Ich funktionierte, war scheinbar glücklich, immer gut gelaunt, für jeden Scheiß zu haben. Ich beendete die Schule und die Ausbildung. Fing einen gesellschaftlich gut angesehenen Job an und erbrachte immer gute Leistungen, fuhr regelmäßig mit Freunden in Urlaub, zog mit meinem Freund zusammen usw. Bis ich irgendwann merkte ich kann nicht mehr, ich habe mir zwar mein Leben aufgebaut, aber in mir drin fiel immer mehr alles in sich zusammen. “ Ich war so unglücklich wie noch nie, obwohl ich doch scheinbar da war, wo ich hin…